03.01.2012, Worringen pur
Worringen pur schreibt über "Für immer Jung"
Marius Jung zu Gast beim Blue Monday im Hotel Matheisen: Soul im Blut und Millowitsch im Hirn, aus dieser Mischung entsteht „Soul-Comedy“.
Marius Jung: das ist Soul, Unterhaltung und Comedy auf hohem Niveau. Platte Gags, krachende Pointen sind nicht seine Sache. Im Plauderton unterhält er die Gäste und sein Witz kommt subtil und überraschend, fast nebenbei. Dabei spielt er gerne mit den Vorurteilen über seine Hautfarbe. Als Sohn einer Deutschen und eines amerikanischen GI bezeichnet er sich selbst als Mensch gewordenes Überraschungs-Ei: außen schwarz und innen weiß.
Begleitet wird er von Till Kersting... In seinem neuen Programm nimmt Marius Jung die Gäste mit auf eine Zeitreise durch die letzten vier Jahrzehnte. Dabei hat es ihm besonders die Musik der 60er Jahre angetan. Internationale Hits wurden damals gnadenlos eingedeutscht und hatten mit dem Original nicht viel gemeinsam. Aus „In the Ghetto“ wurde „In Chicago“ und Manuela machte aus „When a man loves a woman“ „Wenn es Nacht wird in Harlem“. Wie entscheidend die Herkunft eines Sängers für den Erfolg ist, dafür gab Marius Jung auch einige Beispiele. Wie hätte sich Prince auf bayerisch angehört und was, wenn Roberto Blanco bei seinen kubanischen Wurzeln geblieben wäre? Und hätte nicht aus „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ ein Welthit werden können, wenn Heino Texaner gewesen wäre? Marius Jung beherrscht jeden Stil und begeistert mit seiner Performance das Publikum.
Till Kersting gibt den unauffälligen Begleiter und ist die ideale Ergänzung zu Marius Jung. Als echter Singer-Songwriter hatte er natürlich auch ein eigenes, sehr gefühlvolles Lied mitgebracht, mit dem er das Publikum im Sturm eroberte.
