Wie alles begann
Es war das Jahr 1965. Cliff Richard hatte gerade mit "Das ist die Frage aller Fragen" eine Punktlandung auf Platz 3 der Hitliste hingelegt, als ich das Licht der Welt erblickte. Der gute Geschmack ist mir also sozusagen in die Wiege gelegt worden.
Lange bevor ich meine erste Single kaufte habe ich im Plattenschrank meiner Eltern gestöbert und deren Platten gehört. Mein Kosmos reichte von Hilde Knef über Caterina Valente, bis hin zu Bert Kaempfert. Mit einer Spülbürste als Mikrofon bewaffnet tanzte ich durch unser Wohnzimmer zu "Strangers In The Night - Fremde in der Nacht".
Kaufen konnte ich das damals nicht alles. Eine Single kostete fünf Mark und eine Langspielplatte neunzehn Mark - wer sollte das bezahlen?... Die Not wurde etwas gelindert, als dann ein Telefunken-Tonband-Ungetüm in unsere Wohnung kam. Am Anfang musste ich noch alle Titel mit einem dürftigen Mikrofon vom Lautsprecher der Musiktruhe aufnehmen. Und wehe es gab irgendwelchen Lärm im Zimmer: Das war alles mit drauf und machte die Aufnahme faktisch unbrauchbar. Die ohnedies ziemlich rätselhaft klang - heute würde sich das keiner mehr antun.
Als ich Anfang dreissig war, stürmte Easy Listening den Markt. Die einen nannten es Fahrstuhlmusik. Für mich war es das Größte: Flirrende erotisierende Klänge aus den swinging sixties für mein Lebensgefühl.
